Currently viewing the category: "Stimmen der DDR"
  1. Welche Begriffe verbinden Sie spontan mit der DDR?
    S50. Kollektiv. Neubaugebiet. Bevormundung. Sicherheit.
  2. Woran erinnern Sie sich besonders gern?
    Dave Brubeck mit “Take Five”, erlebt in Moskau. Die Band Pankow. “Die kahle Sängerin” im Theater. Die Kinderbibliothek. Das erste Jahr meiner Tochter.
  3. Woran denken Sie ungern zurück?
    An den ständig eingeforderten Dank an Partei und Staat für dieses und jenes.
  4. Wie verlief Ihr Berufsweg?
    Wehrdienst, Studium, DDR-Ministerium (mit “Anti-Haltung” laut Stasi-Akte; das Leben ist bunt), totale Abwicklung, völliger Neuanfang.
  5. Was haben Sie in der Freizeit getan?
    Gelesen. Geschrieben. Mit Freunden auf dem Fahrrad oder Moped herumgefahren. Ferngesehen, Ost wie West. Das Westprogramm haben wir bei der wöchentlichen Programmvorschau mitgeschrieben.
  6. Wen aus der DDR verehren Sie besonders und wofür?
    Stefan Heym, Franz Fühmann, für ihre Werke und ihre Vita. Menschen, die das Sowohl-als-auch sehen. Verehrung ist ein großes Wort.
  7. Was hat Ihre DDR-Vita besonders geprägt?
    Das Studium in der Sowjetunion zu Zeiten von Perestroika und Glasnost.
  8. War das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander anders als heute?
    Weniger Gender, mehr tatsächliche Gleichberechtigung. Frauen hatten einen Beruf, arbeiteten darin und waren dadurch ökonomisch unabhängig.
  9. Welche Meinung hatten Sie 1990 zur Wiedervereinigung?
    Die DDR war zu einem absurden Theater geworden. Ich war für einen Intendantenwechsel und die Umstellung des Spielplans auf Realismus. Das Theater wurde abgerissen, die Immobilie verscherbelt.
  10. Welche Meinung haben Sie heute zum vereinten Deutschland?
    Das Land der tausend Möglichkeiten. Dem aber offenbar eine DDR als Alternative fehlt, weil die Gewerkschaften jetzt nicht mal mehr mit dem großen bösen Bruder drohen können. So dass oft nur viereinhalb Möglichkeiten bleiben.

    Und falls Sie noch Ihren Lieblings-Ostwitz loswerden wollen: nur zu.

    Anfrage an Radio Jerewan: Stimmt es, dass der Dichter Majakowski Selbstmord begangen hat, und was waren seine letzten Worte?
    Antwort: Ja, das stimmt. Seine letzten Worte waren: “Nicht schießen, Genossen.”
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  1. Welche Begriffe verbinden Sie spontan mit der DDR?
    NVA, SED, HO, Konsum, Pionier, Stasi
  2. Woran erinnern Sie sich besonders gern?
    Fahrten ins Kinderferienlager, Westbesuch
  3. Woran denken Sie ungern zurück?
    Jungpioniere, Thälmannpioniere, FDJ, Fahnenappelle, vormilitärische Ausbildung, ZV-Unterricht, Staatsbürgerkundeunterricht, Ausweiskontrollen
  4. Wie verlief Ihr Berufsweg?
    • Lehre als Offsetdrucker an der BS Rudi Arndt,
    • Offsetdrucker im 3-Schichtsystem in der SED-Bezirksdruckerei Märkische Volksstimme Potsdam,
    • Kündigung, 1 Jahr arbeitslos,
    • danach Kupferdrucker beim Staatlichen Kunsthandel der DDR bis zur Republikflucht
  5. Was haben Sie in der Freizeit getan?
    Gelesen, getrunken, getrampt, Zug und Fahrrad gefahren, Kino, Sex, Schach
  6. Wen aus der DDR verehren Sie besonders und wofür?
    Meinen damaligen Mathelehrer, weil er ein aufrichtiger und geradliniger Pädagoge war.
    Meinen damaligen Zeichenlehrer, weil er mich motivierte, während andere Lehrer uns Schüler schikanierten oder schlichte Opportunisten waren.
  7. Was hat Ihre DDR-Vita besonders geprägt?
    Der Entschluss den Wehrdienst zu verweigern. Die Bekanntschaft mit Wolf Biermann, den ich als Kind oft bei meinen Verwandten traf.
  8. War das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander anders als heute?
    Frauen waren unter den  Armen nicht rasiert, Männer auch nicht.
  9. Welche Meinung hatten Sie 1990 zur Wiedervereinigung?
    Keine klare.
    Ich war vor Wehrdienst und Staatssicherheit in den Westen geflohen und jetzt tauchten die ostdeutsche Muffigkeit, Rassismus und die Sachsen wieder in meinem Leben auf.
    Schön fand ich das nicht.
  10. Welche Meinung haben Sie heute zum vereinten Deutschland?
    Es war das bessere Übel. Die angedachten Alternativen der DDR-Opposition hätten auf Dauer nicht funktioniert.

    Und falls Sie noch Ihren Lieblings-Ostwitz loswerden wollen: nur zu.

    Einer von vielen: Zwei Volkspolizisten stehen vor einer Tür. Auf der Tür steht „Drücken“. Einer macht in die Hose, der andere nicht  – warum?
    Kann nicht lesen.
 

Ein Tagesspiegel-Newsletter stellt Stimme der DDR vor und mir Fragen. Der Tagesspiegel ist eine Zeitung in Berlin.

 

Petra Köpping

  1. Welche Begriffe verbinden Sie spontan mit der DDR?
    Leckermäulchen, Trabi, VEB, LPG
  2. Woran erinnern Sie sich besonders gern?
    An gute Nachbarschaften und hilfsbereite Menschen.
  3. Woran denken Sie ungern zurück?
    An mangelnde Reisefreiheit und alltägliche Gängelung.
  4. Wie verlief Ihr Berufsweg?
    • geboren 1958 in Nordhausen
    • verheiratet, 3 Kinder
    • Diplom-Staatsrechtswissenschaftlerin
    • Bürgermeisterin von Großpösna (1989-1990, 1994-2001)
    • Außendienstmitarbeiterin der Deutschen Angestelltenkrankenkasse (1990-1994)
    • Landrätin des Landkreises Leipziger Land (2001-2008)
    • Beraterin der Sächsischen Aufbaubank (2008-2009)
    • Landtagsabgeordnete (seit 2009)
    • Kreisrätin im Kreistag des Landkreises Leipzig (seit 2014)
    • Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration (seit 2014)
    • Parteizugehörigkeit: 1986 bis Juni 1989: SED; Juli 1989 bis Juli 2002: parteilos; seit 1. August 2002: SPD
  5. Was haben Sie in der Freizeit getan?
    Ich habe viel Sport getrieben, war in der Natur unterwegs und habe mich um meine Kinder gekümmert.
  6. Wen aus der DDR verehren Sie besonders und wofür?
    Die einfachen Menschen, die sich untereinander geholfen haben, die verehre  ich.
  7. Was hat Ihre DDR-Vita besonders geprägt?
    Mein Jahr im Bürgermeisteramt in der Gemeinde Großpösna im Wendejahr.
  8. War das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander anders als heute?
    Ja. Ich würde sagen, dass die Männer heute charmanter sind.
  9. Welche Meinung hatten Sie 1990 zur Wiedervereinigung?
    Auf der einen Seite war da eine große Freude, aber es gab auch Ängste. Wie geht es persönlich und mit unserer Gesellschaft weiter?
  10. Welche Meinung haben Sie heute zum vereinten Deutschland?
    Vieles ist gut gelungen, wenn man sich unsere Dörfer und Städte anschaut, sieht man das ganz deutlich. Was bis heute nicht geschehen ist, ist die Anerkennung der Lebensleistung der Ostdeutschen.
  1. Welche Begriffe verbinden Sie spontan mit der DDR?
    soziale Sicherheit, soziale Gerechtigkeit, Solidarität untereinander, keine Ellenbogen-Mentalität, keine Arbeitslosigkeit, keine Angst um den Arbeitsplatz, Hilfsbereitschaft, kostenloses Gesundheitssystem, kostenloses Studieren, bezahlter Hausarbeitstag
  2. Woran erinnern Sie sich besonders gern?
    an meine Arbeit und an meine gesellschaftlichen Tätigkeiten
  3. Woran denken Sie ungern zurück?
    marode Altbauten, Untertanengeist gegenüber der Staats- und Parteiführung, lange Wartezeiten bei Wohnungen, Autos und anderen „Luxus“-Gegenständen, kein Telefon
  4. Wie verlief Ihr Berufsweg?
    kontinuierlich und erfolgreich
  5. Was haben Sie in der Freizeit getan?
    Leitung einer Betriebsarbeitsgemeinschaft Philatelie, stellv. Kreisvorsitzender Philatelie im Kulturbund, Leitung einer Schul-Arbeitsgemeinschaft „Junge Briefmarkensammler“
  6. Wen aus der DDR verehren Sie besonders und wofür?
    Wilhelm Pieck – gesamtes Leben für eine gute Sache
  7. Was hat Ihre DDR-Vita besonders geprägt?
    Elternhaus, politische Erziehung
  8. War das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander anders als heute?
    ja, gleichberechtigter; die Frauen waren selbstbewusster.
  9. Welche Meinung hatten Sie 1990 zur Wiedervereinigung?
    Ich wusste aus meiner politischen Bildung, was auf uns zukommen wird. Für mich war das auch „Wahnsinn“, aber im negativen Sinne. Ich wollte kein „Bundi“ werden, obwohl ich nicht privilegiert war. Die DDR war meine Heimat.
  10. Welche Meinung haben Sie heute zum vereinten Deutschland?
    Ich lebe gut, aber auf Kosten armer Länder. Deutschland ist wieder großkotzig und meint, in der Welt militärisch mitmischen zu müssen. Unsere Regierungen belügen mich immer mehr und sind eigentlich nur noch Statisten der Wirtschaft. Ich lebe in einer Diktatur des Geldes.

Und falls Sie noch Ihren Lieblings-Ostwitz loswerden wollen: nur zu.

Ein DDR-Deutscher und ein Russe finden an der Lena einen Klumpen Gold. Sagt der Russe: „Au fein, wir werden brüderlich teilen.“ Meint der DDR-Deutsche: „Nichts da, halbe-halbe und nicht anders.“

  1. Welche Begriffe verbinden Sie spontan mit der DDR?
    Auferstanden aus Ruinen (zeitlos schön; mein Handyklingelton), HammerZirkelÄhrenkranz, stinkendes Trabi- Geböller,  Völkerverständigung, VEB Pyrotechnik Silberhütte, Staatsgrenze, Kaufhalle, Solidarität, Salvador Allende in Chile, Sekundärrohstoffe, Altstoff- Sammlung, Intershop, Volkspolizisten- Witze, Braunkohlenhochtemperaturkoks, Ausreiseantrag, Junge Welt, Kollektiv, Rahmbutter, Genossen, EinStrichKeinStrich, Puhdys, Volkseigentum, Pfeffis, eigene Identität, Westfernsehen, mächtig gewaltig!
  2. Woran erinnern Sie sich besonders gern?
    Dass es Tage gab, an denen ich keinen Stasiterror erleiden mußte, wie uns heute von Knabe, Grafe und Co. (v)erklärt wird, Kindheit, Natur, Heranwachsen,  Ich hatte (fast) alles. „Womit bin ich zufrieden“ statt „was könnte ich mir alles leisten“ , Ich hatte Zeit; am 3. Oktober 1990 haben wir sie verloren – zusammen mit der individuellen Freiheit. Aber auch, dass sich etwas ändern mußte.
  3. Woran denken Sie ungern zurück?
    Herumrennen und Anstehen müssen. Beziehungen haben zu müssen, nicht nur, um in die Disco reinzukommen. Ideologische Überfrachtung („Rolle der Bedeutung“). Umweltverpestung. Ordnung durch Unterordnung (heute nicht anders). Gefilzt werden an der ČSSR- Grenze. Bier in grünen Flaschen. Stacheldraht nach innen. Frust über das Benachteiligungsgefühl gegenüber dem, was man im Westen hatte oder vermutete. D-Mark als Schattenwährung und ihre Knechtschaft, Intershop- Sozialismus. Maulhelden und Egoisten, die bei Unzufriedenheit ständig den achsogoldenen Westen bemüht haben.
  4. Wie verlief Ihr Berufsweg? (– und verläuft weiter?, F.)
    Sozialistischer Gang: Berufsausbildung Facharbeiter. Vom Staatsbürger zum Steuerbürger: Fachschulstudium+ Fachabitur, die Arbeitsverträge werden immer dicker, meine Rechte dabei immer weniger. Arbeitsamt,  Anstellungen und Freelancer. Schließlich vom Global Player geschluckt mit weiterem Freiheitsverlust durch Compliance. Schreibe englische mails mit meinen deutschen Kollegen. Quälende Belastung mit bürokratischem Schwachsinn, der obendrein kaum funktioniert.  Gefahr, kaputtflexibilitiert zu werden.
  5. Was haben Sie in der Freizeit getan?
    Jugendliebe verrissen. Ehrenamtliche Tätigkeit zum Schutz unserer Errungenschaften. Im Sommerurlaub durch den Osten gereist, bis uns die bulgarischen Grenzer von der Türkengrenze hinter Achtopol verscheucht haben. Bier getrunken. Bei Gustav im Misthaus gepennt. Lange Haare gehabt.
  6. Wen aus der DDR verehren Sie besonders und wofür?
    Alle, die zur positiven Identitätsfindung beigetragen haben, Hans Modrow für seinen Anstand beim Ende, Gundermann für seine einmalige Poesie.
  7. Was hat Ihre DDR-Vita besonders geprägt?
    Eigene Ansichten, Mitmenschen, Vorgesetzte, Miststücken.
  8. War das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander anders als heute?
    Nicht schlechter als heute.
  9. Welche Meinung hatten Sie 1990 zur Wiedervereinigung?
    Interesse, als aber im Vorfeld der Einheit die Bezirksangaben auf unseren Ortseingangsschildern überklebt wurden, wurde ich nachdenklich. Das Loch tat sich auf. Der Westen hat bis heute keine wirkliche Chance. Ich stecke zwar drin, habe aber wieder meine Nische. Na und? Bin stolz auf meine Vita. Unsere Identität nimmt und niemand.
  10. Welche Meinung haben Sie heute zum vereinten Deutschland?
    Der real existierende Kapitalismus hat auch nicht gewonnen,  er ist nur übriggeblieben. Von deutschem Boden geht Fortschritt und nicht nur Unheil aus, wenn man mal von den Abenteuern der Bundeswehr absieht. Krämerseelen und ihre Advokaten sind es, die uns im Hintergrund weltweit vernetzt, regieren, auch wenn im Parlament bunte Parteienvielfalt sichtbar ist. Bin nicht bei Facebook und zocke nicht bei Ebay, mein Handy hat nur eine Telefonier- App. Die Würde des globalisierten Menschen ist infolge schamloser Spionage durch Konzerne und Schurkenstaaten verletzt. Deutsche Regierung schaltet gern in den Duckmäuser- Modus, wenn es um die Freunde hinterm Teich und am östlichen Mittelmeer-Ufer geht. Political Correctness hieß früher Parteilichkeit. Gut, dass die FDP raus ist. Wir Ossis haben beides live erlebt und können urteilen. Es gibt kein Zurück. Ansonsten siehe auch Punkt 4.

    Und falls Sie noch Ihren Lieblings-Ostwitz loswerden wollen: nur zu.
    Die Titanic soll gehoben werden. Drei Großmächte (USA, UdSSR und DDR) wollen es gemeinsam versuchen und vereinbaren: Die USA bekommt den Tresor und die Wertsachen, die UdSSR den ganzen Stahl und die DDR die Musikinstrumente der Kapelle, die bis zum Untergang gespielt haben. (Diesen Witz erstmals gehört von einem Prof. am Zentralinstitut für soz. Wirtschaftsführung!)

    Studie über die politische Wirklichkeit unter Lenin, Stalin und Honecker am konkreten Beispiel: Ein Reisezug fährt durch die Landschaft und plötzlich hören die Schienen auf.
    Was tut Lenin: Mobilisiert die Massen und läßt mit vereinten Kräften die Gleise weiterbauen.
    Was tut Stalin: Läßt das gesamte Zugpersonal erschiessen.
    Was tut Honecker: Trommelt die Genossen unter den Passagieren aus dem Zug und läßt sie an den Waggons rütteln.
  1. Welche Begriffe verbinden Sie spontan mit der DDR?
    Mauer, Honecker.
  2. Woran erinnern Sie sich besonders gern?
    Urlaube in Dresden, Berliner Seen und die Ostsee
  3. Woran denken Sie ungern zurück?
    Unterschwellige Repressionen und Verhöre bereits im Schulalter (ich war kein Pionier, meine Eltern christlich engagiert). Frage eine Ferienlagerbetreuers, den ich nicht kannte: “Warum bist du kein Pionier?” Weiß nicht, warum mir dies haften blieb. Im Nachgang weiß man aber, wer den Auftrag zur Spionage gab …
  4. Wie verlief Ihr Berufsweg?
    Als die Wende kam, war ich erst 12. Ich hatte also bis dahin keinen Werdegang, der systembeeinflusst war. Das hätte sich bei der EOS zu meinem Nachteil ändern können …
  5. Was haben Sie in der Freizeit getan?
    Hab mich mit Freunden getroffen, Fußball gespielt, die ungesicherten Baustellen der Wohngebietsbaustellen erforscht.
  6. Wen aus der DDR verehren Sie besonders und wofür?
    Jeden, der seinen Mund gegen das System aufgemacht hat oder im Untergrund gearbeitet hat und dafür Risiken eingegangen ist. Ich wäre vielleicht ein Mitläufer geworden, für den ich mich dann hassen würde. Hauptsache in Ruhe leben …
  7. Was hat Ihre DDR-Vita besonders geprägt?
    Das Gefühl, nicht frei zu sein. Das klingt bei einem Kind unglaubwürdig, aber man hat Westfernsehen gesehen und empfand es ungerecht, warum die “drüben” die bessere Schokolade, das bessere Spielzeug und Westautos hatten …
  8. War das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander anders als heute?
    Ist für mich nicht einschätzbar.
  9. Welche Meinung hatten Sie 1990 zur Wiedervereinigung?
    Das beste was mir für meine weitere Entwicklung passieren konnte. Freiheit. Freiheit. Freiheit. Freude. Ende der Diktatur.
  10. Welche Meinung haben Sie heute zum vereinten Deutschland?
    Wir haben kein fehlerfreies System, es gibt eine Ellbogengesellschaft. Es ist nicht alles gerecht. Viele Menschen sind Wendehälse und richten sich in den bestehenden Systemen ein und jeder sucht seinen Vorteil. Und das ist, so schlimm es ist, einfach menschlich.
  11. Und trotzdem möchte ich für nichts auf der Welt die DDR zurück oder in einem anderen Land leben. Unser Land ist wunderbar in vielerlei Hinsicht. Mir geht die Ostverklärung gegen den Strich. Es war eine Diktatur. Nichts anderes.

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  1. Welche Begriffe verbinden Sie spontan mit der DDR?
    ATA, Friedensfahrt, Grenze ist gefährlich … und wenns auch nur die zur ČSSR ist
  2. Woran erinnern Sie sich besonders gern?
    An den eigenen Radsport. An Arbeiter, die mir als 9-jährigem in der Arbeitszeit meinen Vorderradreifen geflickt haben, damit ich weiter die 20 km zur Oma ausbüxen konnte. Freibad.
  3. Woran denken Sie ungern zurück?
    Pionierappell am Montagmorgen. 1.-Mai-Demonstration, Mifa-Fahrräder. Die Bevorzugung Berlins als Hauptstadt der DDR … furchtbar. Plumpsklo im Winter.
  4. Wie verlief Ihr Berufsweg?
    POS, Leistungsklassen, Gymnasium, Zivi, Studium, Referendariat, Job.
  5. Was haben Sie in der Freizeit getan?
    Radsport trainiert im Club, gelesen, DT64 gehört und einmal pro Woche 1 Stunde Heavy Metal aufgenommen.
  6. Wen aus der DDR verehren Sie besonders und wofür?
    Olaf Ludwig, Olympiasieg in Seoul im Straßenrennen. Helga Hahnemann, in “7-10, Spree-Athen”.  Heinz rennhack, Herricht und Preil als Komiker. Wolfgang “Stumpi” Stumpf als einer der was riskierte, als viele noch nicht aufgewacht waren. Die Leute vom “Neuen Forum” und von der Kirche, die nicht konform waren (nicht, dass ich die persönlich gekannt hätte).
  7. Was hat Ihre DDR-Vita besonders geprägt?
    Der Austritt meiner alleinerziehenden Mutter aus der SED 1986.
  8. War das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander anders als heute?
    Ich war 14, als die Mauer fiel.
  9. Welche Meinung hatten Sie 1990 zur Wiedervereinigung?
    Suuuuuuper! Unfassbar! So spannend.
  10. Welche Meinung haben Sie heute zum vereinten Deutschland?
    Gott sei Dank! Buchstäblich. Ist immer noch ein Wunder für mich. Kann alle übertriebene Ostalgie und Ablehnung des “Westens” nicht nachvollziehen. Wirklich.F inde ich undankbares Verhalten. Statt Mini-Stipendium als Student war ich “reicher” Bafög-Empfänger, der Audi fuhr (zugegeben, der war alt. Aber eigenfinanziert, ohne Eltern-Zuschuss). ich habe die Freiheit, im Rahmen der Gesetze, zu tun und lassen, was ich will. Zu leben, wo ich will. Propaganda gibts immer noch. Pro-Homosexuelle, Pro-Abtreibung usw.

    Und falls Sie noch Ihren Lieblings-Ostwitz loswerden wollen: nur zu.
    Radio Jerewan: “Bei uns in der UdSSR wächst das Getreide wie Telegraphenmasten!” “Was?! So hoch?!” “Neee, so weit auseinander!”

    “Warum ist die UdSSR unser Bruder und nicht unser Freund?”
    “Freunde kann man aussuchen …”

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  1. Welche Begriffe verbinden Sie spontan mit der DDR?
    DT64, ZV-Lager, DSR (Deutfracht-See-Reederei)
  2. Woran erinnern Sie sich besonders gern?
    Kindheit, Schule, die Schulspeisung, die mich seit dem zu einem (heute oft verlachten) Kantinen-Essen-Fan gemacht hat :o ), Lehre, ZV-Lager, AG- (Arbeitsgemeinschaft) Tanzmusik, der damals schon 20 Jahre alte Dacia der Familie, die Abende und Nächte, die ich verträumt vor der “Musiktruhe” meiner Eltern saß und irgendwoher geborgte, böse West-Heavy-Metal-LPs  hörte und auf Kassetten “überspielte” usw., der flache Strand bei Eldena, an Irene G., Susanne M. und Kerstin “Roger” ihr seid immer in meinem Herzen. an Peter S. und seinen Bruder, die mich in die Tiefen der Heavy-Metal Musik einführten! (Dio: Holy Diver) \m/
  3. Woran denken Sie ungern zurück?
    Maulhelden, “150-%-ige”, die Unfreiheit, der Mitmach-Zwang bei den Rotlicht-Veranstaltungen usw.
  4. Wie verlief Ihr Berufsweg?
    Lehre bei der DSR (Traumberuf angestrebt und auch bekommen!), nach Abwicklung der Reederei leider alo, gejobbt, Abi an Abendschule nachgeholt, studiert, heute im ÖD tätig.
  5. Was haben Sie in der Freizeit getan?
    Musik gehört, angefangen Musik zu machen, K-Wagen gefahren, gemalt, gelesen, gesoffen, gezeltet, gefummelt, S51-elektronic gefahren, mit 16 J. dann eine MZ TS 150.
  6. Wen aus der DDR verehren Sie besonders und wofür?
    Meine Eltern, weil sie mir viel ermöglicht haben.
  7. Was hat Ihre DDR-Vita besonders geprägt?
    Mein Umfeld aus Schulkameraden, Freunden und Verwandten, meine Zeit zur See.
  8. War das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander anders als heute?
    Ja, es wurde weniger geguckt, was du bist oder hast, die meisten von uns hatten ja gleichmäßig wenig. *g*
  9. Welche Meinung hatten Sie 1990 zur Wiedervereinigung?
    1990 war ich euphorisch, jetzt wird alles besser! Ein Misch-Masch aus BRD und DDR hätte mir gefallen, also nur die guten Sachen beider Systeme.
  10. Welche Meinung haben Sie heute zum vereinten Deutschland?
    Keine allzu gute. Das Land wird praktisch von Konzernen und Bankstern regiert! Echte Demokratie findet nicht statt. Die Mauer in den Köpfen ist immer noch da. Und wenn’s nach den gleichgeschalteten Medien(-Konzernen) geht, soll sie da auch noch ewig weiterbestehen. Teile (spalte das Volk), und du kannst herrschen!
    Sagt der, die Interessen der Konzerne und Banken umsetzende Politiker zum Medienmogul: ” Halte Du sie dumm, ich halte sie arm! So werden wir das Land beherrschen!” Die Leute werden mindestens genauso belogen wie damals. Nur das heute sogar junge deutsche Menschen dafür in Afgahnistan und sonstwo sterben müssen! Für Lügen sterben müssen!
    Ich habe das Gefühl hier geht´s nur noch um GaGa und Porno und Raffen und Konsumieren. Der denkende, kritische Mensch ist tot, es lebe der Konsum-Zombie!
    Sowas habe ich als 16-jähriger, als ich im Herbst ´89 mit demonstriert habe, nicht gewollt!

    Und falls Sie noch Ihren Lieblings-Ostwitz loswerden wollen: nur zu.
    Mir ist die Lust an Witzen gründlich vergangen!

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  1. Welche Begriffe verbinden Sie spontan mit der DDR?
    Aus aktuellem Anlass: Mauerbau.  Damals Propaganda, heute auch, nur andersrum.
  2. Woran erinnern Sie sich besonders gern?
    An die empfundene Normalität. Sicherheit.
  3. Woran denken Sie ungern zurück?
    Relativiert sich alles.
  4. Wie verlief Ihr Berufsweg?
    Schule, Lehre, Beruf, Fernstudium, Beruf, arbeitslos, ABM, arbeitslos.
  5. Was haben Sie in der Freizeit getan?
    Transparente geschwenkt, Patenschaften übernommen, dem Chef die Meinung gegeigt, geheiratet, mich scheiden lassen, gelebt.
  6. Wen aus der DDR verehren Sie besonders und wofür?
    Baggerfahrer Willi.  Jähn, weil der immer menschlich rüberkam und nicht wie der große Kosmosheld.
  7. Was hat Ihre DDR-Vita besonders geprägt?
    Normalität.
  8. War das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander anders als heute?
    Manche Männer sind Schweine, andere nicht.  Frauen sind auch nicht die besseren Menschen.
  9. Welche Meinung hatten Sie 1990 zur Wiedervereinigung?
    Glücklichsein. Erwartung.
  10. Welche Meinung haben Sie heute zum vereinten Deutschland?
    Alle jammern. Manche sogar mit Recht.