From the monthly archives: Februar 2011
  1. Welche Begriffe verbinden Sie spontan mit der DDR?
    Trabi, S50, Haushaltstag. Poliklinik.
  2. Woran erinnern Sie sich besonders gern?
    Dass man bei beruflichen oder privaten Problemen Hilfe bekommen konnte. Dass kein Chef gewagt hat zu meckern, wenn man mit ‘nem kranken Kind zu Hause geblieben ist.  Jedenfalls kenne ich keinen. Dass Kollegen keine Konkurrenten waren. Nicht nur bei uns im Krankenhaus, sondern allgemein überall.
  3. Woran denken Sie ungern zurück?
    Dass für manche Leute  Abtreibungen ganz  normal und eine Art nachgeholtes oder auch einziges Verhütungsmittel waren.
  4. Wie verlief Ihr Berufsweg?
    Medizinische Fachschule mit Internat, Krankenschwester. Viel gelernt und trotzdem Spaß gehabt.
  5. Was haben Sie in der Freizeit getan?
    Rockkonzerte (die genialen Jungs von Pankow), Führerschein gemacht, gelesen (auch Russen: Aitmatow)
  6. Wen aus der DDR verehren Sie besonders und wofür?
    Einer ist den einen Tag ein Held und am nächsten bloß noch ein nützlicher Depp. Vielleicht Modrow? Der ist sich treu geblieben und macht keinen Bohei um sich selbst.  Stefan Heym.
  7. Was hat Ihre DDR-Vita besonders geprägt?
    Alte Freundschaften, die Bestand haben.
  8. War das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander anders als heute?
    Es gab weniger zu verteilen, vielleicht war es deshalb nicht so kampfbetont.
  9. Welche Meinung hatten Sie 1990 zur Wiedervereinigung?
    Eigentlich dafür, trotz der aggressiven Besoffenen mit den Deutschlandfahnen.
  10. Welche Meinung haben Sie heute zum vereinten Deutschland?
    Deutschland ist heute ja so, wie es ist, auch durch die DDR, wie sie sein wollte oder angeblich sein wollte. Jetzt gibt es die DDR nicht mehr und damit ist ein Grund weggefallen, warum man überhaupt noch so tun soll, als ob man sozial ist.  Jedes Fitzelchen mehr Gehalt kommt als Gnade rüber, knapp am Bankrott vorbei. Jeder ist auf jeden neidisch. Die ohne Arbeit auf die mit, die mit Arbeit und wenig Lohn auf die mit Hartz IV,  die Angestellten auf die Beamten. Absicht?
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  1. Welche Begriffe verbinden Sie spontan mit der DDR?
    Bückware. Keine. Keine Bananen. Kein dies, keine das. Ham wer nich. Nicht viel zu gewinnen, kaum was  zu verlieren.
  2. Worin erinnern Sie sich besonders gern?
    Kindheit. Die wär aber wegen meiner Eltern und Geschwister auch woanders schön gewesen. Eierlikör im Schokobecher. Zelten an diversen Seen.
  3. Woran denken Sie ungern zurück?
    Ständig was machen, auf das man keine Lust hatte. Fahnen-Appelle. Versammlungen. Soli-Spende. DSF. GST.
  4. Wie verlief Ihr Berufsweg?
    Polytechnische Oberschule. Fachverkäuferin.
  5. Was haben Sie in der Freizeit getan?
    Disco, Tanzen. Westfernsehen. Camping.
  6. Wen aus der DDR verehren Sie besonders und wofür?
    Alle, die anständig geblieben sind.
  7. Was hat Ihre DDR-Vita besonders geprägt?
    Alles schien vorbestimmt, auch der Arbeitsplatz. Hatte was Gutes und was Bedrückendes.
  8. War das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander anders als heute?
    Vielleicht waren die Frauen  selbstbewusster, weil sie einen Beruf hatten und ein Kind zur Not auch ohne Vater großbekommen haben.
  9. Welche Meinung hatten Sie 1990 zur Wiedervereinigung?
    Sehr dafür.
  10. Welche Meinung haben Sie heute zum vereinten Deutschland?
    Leben und leben lassen.
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  1. Welche Begriffe verbinden Sie spontan mit der DDR?
    Gemeinschaft / keinen Krieg mehr (mein Vater “starb für Führer, Volk und Vaterland” ),  Volkseigentum / füreinander- miteinander/ Ein Versuch, eine bessere, gerechtere Gesellschaftsordnung aufzubauen. Dieser ist leider gescheitert an der Machtbesessenheit bornierter, älterer Herren, die Kritik abschmetterten und die Signale der Zeit nicht erkennen wollten oder konnten.
  2. Woran erinnern Sie sich besonders gern?
    An die Campingreisen mit dem “Wabu” nach CSSR, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, hinunter bis zum letzten Campingplatz vor der türkischen Grenze. Das Abenteuer in Richtung Osten begann immer schon Monate vorher mit den intensiven Vorbereitungen.
  3. Woran denken Sie ungern zurück?
    An die Errichtung der Mauer 1961, obwohl sie aus meiner persönlichen Sicht, aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung der zwei Staaten notwendig war. Wer diese Zeit bewusst miterlebt hat und versucht, objektiv zu bleiben, wird mir sicher zustimmen – es gab nur ein Gegeneinander und das mit allen Mitteln und auf allen Gebieten!
  4. Wie verlief Ihr Berufsweg?
    Gerade! Grundschule (8.Kl.) / 1.Beruf / 1957 freiwill. Armeedienst / 2. Beruf / 1 Jahr Abendschule zur Vorbereitung auf Studium / 5 Jahre Fernstudium / Einsatz als Brigadier, Abteilungsleiter und alles ohne Stasi-Vergangenheit und ohne Reue. Nach der Wende freischaffender Maler & Grafiker, 1-Mann-Firma für Glasbeschichtungen, Umschulungen und Lehrgänge zum Mediendesigner, ABM, arbeitslos, z.Z. Rentner.
  5. Was haben Sie in der Freizeit getan?
    Gelernt, gelesen, Malen und Zeichnen im Grafikzirkel, eine Frau für´s Leben gesucht und zwei Kindern das Laufen beigebracht.
  6. Wen aus der DDR verehren Sie besonders und wofür?
    Wilhelm Pieck – erster Präsident in einem Land mit schwerem Anfang, hohen Wiedergutmachungslasten, keiner Aufbauhilfe, keiner industriellen Basis, keinem Marschallplan …. aber neuen Zielen und sehr viel Mut. Natürlich auch Eberhard Esche – nicht nur wegen seines “Wintermärchens”, sondern auch seines “Hasen im Rausch” (Inhalt und Darbietung !), den ich nie vergessen werde.
  7. Was hat Ihre DDR-Vita besonders geprägt?
    Ideen entwickeln, nach Lösungen suchen, geht nicht – gibt’s nicht! Eine offene, ehrliche und kritische Haltung bewahren  und nach Möglichkeit immer erst sich selbst fragen, ob man alles richtig gemacht hat.
  8. War das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander anders als heute?
    Ja! Wir haben miteinander und füreinander gelebt. Frauen waren m.E. in Beruf und Gesellschaft anerkannt. Sie wurden nicht ver-, sondern geachtet. Das Verhältnis zueinander war davon geprägt, dass beide einer geregelten Arbeit nachgingen, evtl. zu gleicher Zeit ein Studium absolvierten und dann aber noch Kinder betreut werden wollten – die Zeit war knapp! Ach ja, Sex hatten wir auch, aber SADOMASO war uns fremd. Es ging alles – erstaunlicherweise! Es war eine andere Zeit – man kann sie mit der heutigen nicht vergleichen!
  9. Welche Meinung hatten Sie 1990 zur Wiedervereinigung?
    Ob das gut geht ? Es ist gut, dass die Mauer gefallen ist – aber wir werden wohl zurückfallen, in eine Gesellschaft, wo Geldgier und Ellenbogen regieren. Gewinnssucht, das Markenzeichen dieser Gesellschaft, wird die sozialen Ergebnisse zunichte machen, da sie keinen Gewinn abwerfen. Rohstoffe und Absatzmärkte werden das Ziel der Begierde sein. Für Geld alles!! Ich im Osten glaubte, dass es mit “Volkseigentum” an Produktionsmitteln, Wäldern und Seen gerechter zugeht, als mit dem viel gepriesenen Privateigentum. Was wird wohl aus unseren Kindern und Enkeln werden?
  10. Welche Meinung haben Sie heute zum vereinten Deutschland?
    Ein geeintes Deutschland war immer die große Zielstellung in beiden Hälften des Landes – leider aber mit gegensätzlichen, ideologischen Ausrichtungen. Ich habe mir noch einmal den Text der NATIONALHYMNE der DDR vorgenommen – waren doch tolle Worte von Johannes R.Becher!!  Ich hätte mir eine bessere, gemeinsame Entwicklung vorstellen können, aber leider gab und gibt es auch heute ältere Herren ! ( s. unter 1. ) Wo könnte dieses Land stehen, wenn man die einmalige Chance genutzt hätte, etwas Neues aufzubauen, wenn man auf Augenhöhe verhandelt hätte. Das, was in beiden Staaten gut gelaufen ist, hätte man objektiv und kritisch auf Brauchbarkeit prüfen und übernehmen sollen. Aber Macht ist doch was Geiles und warum sollte man sie teilen, wenn man doch mit Druck und Geld alles erreichen kann? Die Worte “Volkswirtschaft” und “Demokratie”, die den Politikern heute so leicht über die Lippen kommen, sind m.E. nur Worthülsen und Täuschungen! Für mich persönlich haben sie eine andere Bedeutung. Auf Arbeitslosigkeit, Gewalt, Prostitution, ein kompliziertes Steuersystem, Drogen, Aktien und Parteien könnte man eigentlich verzichten. Lobbyisten hätten kaum eine Chance, es gäbe keinen Fraktionszwang und kein Machtgerangel der Parteien. Ach wäre das schön, wenn es keine Opposition gäbe und alle gewählten “Volksvertreter” verpflichtet wären, die Interessen der Bürger umzusetzen!

  1. Welche Begriffe verbinden Sie spontan mit der DDR?
    …Gemeinschaft / keinen Krieg mehr (mein Vater “starb für Führer, Volk und Vaterland” ),Volkseigentum / füreinander- miteinander/ Ein Versuch eine bessere, gerechtere Gesellschaftsordnung aufzubauen. Dieser ist leider gescheitert an der Machtbesessenheit bornierter, älterer Herren, die Kritik abschmetterten und die Signale der Zeit nicht erkennen wollten oder konnten.
  2. Woran erinnern Sie sich besonders gern?
    …An die Campingreisen mit dem “Wabu” nach CSSR, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, hinunter bis zum letzten Campingplatz vor der türkischen Grenze. Das Abenteuer in Richtung Osten begann immer schon Monate vorher mit den intensiven Vorbereitungen.
  3. Woran denken Sie ungern zurück?
    …an die Errichtung der Mauer 1961, obwohl sie aus meiner persönlichen Sicht, aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung der 2 Staaten notwendig war. Wer diese Zeit bewusst miterlebt hat und versucht, objektiv zu bleiben, wird mir sicher zustimmen – es gab nur ein Gegeneinander und das mit allen Mitteln und auf allen Gebieten !
  4. Wie verlief Ihr Berufsweg?
    …gerade ! Grundschule (8.Kl.)/ 1.Beruf / 1957 freiwill. Armeedienst / 2. Beruf / 1 Jahr Abendschule zur Vorbereitung auf Studium / 5 Jahre Fernstudium / Einsatz als Brigadier, Abt Ltr. und alles ohne STASI-Vergangenheit und ohne Reue. Nach der Wende freischaffender Maler & Grafiker, 1-Mann-Firma für Glasbeschichtungen, Umschulungen u. Lehrgänge zum Mediendesigner, ABM, arbeitslos, z.Z. Rentner.
  5. Was haben Sie in der Freizeit getan?
    …gelernt, gelesen, Malen und Zeichnen im Grafikzirkel, eine Frau für´s Leben gesucht und 2 Kindern das Laufen beigebracht.
  6. Wen aus der DDR verehren Sie besonders und wofür?
    …Wilhelm Pieck – erster Präsident in einem Land mit schwerem Anfang, hohen Wiedergutmachungslasten, keiner Aufbauhilfe, keiner industriellen Basis, keinem Marschallplan …. aber neuen Zielen und sehr viel Mut. Natürlich auch Eberhard Esche – nicht nur wegen seines “Wintermärchens”, sondern auch seines “Hasen im Rausch” (Inhalt und Darbietung !) den ich nie vergessen werde.
  7. Was hat Ihre DDR-Vita besonders geprägt?
    …Ideen entwickeln, nach Lösungen suchen, geht nicht – gibt’s nicht ! Eine offene, ehrliche und kritische Haltung bewahren  und nach Möglichkeit immer erst sich selbst fragen, ob man alles richtig gemacht hat.
  8. War das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander anders als heute?
    ….ja ! Wir haben miteinander und füreinander gelebt. Frauen waren m.E. in Beruf und Gesellschaft anerkannt. Sie wurden nicht ver- sondern geachtet. Das Verhältnis zueinander war davon geprägt, dass beide einer geregelten Arbeit nachgingen, evtl. zu gleicher Zeit ein Studium absolvierten und dann aber noch Kinder betreut werden wollten – die Zeit war knapp! Ach ja, Sex hatten wir auch, aber SADOMASO war uns fremd. Es ging alles – erstaunlicherweise ! Es war eine andere Zeit – man kann sie mit der heutigen nicht vergleichen !
  9. Welche Meinung hatten Sie 1990 zur Wiedervereinigung?
    …ob das gut geht ? Es ist gut, dass die Mauer gefallen ist – aber wir werden wohl zurückfallen, in eine Gesellschaft, wo Geldgier und Ellenbogen regieren. Gewinnssucht, das Markenzeichen dieser Gesellschaft, wird die sozialen Ergebnisse zunichte machen, da sie keinen Gewinn abwerfen. Rohstoffe und Absatzmärkte werden das Ziel der Begierde sein. Für Geld alles !! Ich im Osten glaubte, dass es mit “Volkseigentum” an Produktionsmitteln, Wäldern und Seen gerechter zugeht, als mit dem viel gepriesenen Privateigentum. Was wird wohl aus unseren Kindern und Enkeln werden ?
  10. Welche Meinung haben Sie heute zum vereinten Deutschland?
    …Ein geeintes Deutschland war immer die große Zielstellung in beiden Hälften des Landes – leider aber mit gegensätzlichen, ideologischen Ausrichtungen. Ich habe mir noch einmal den Text der NATIONALHYMNE der DDR vorgenommen – waren doch tolle Worte von Johannes R.Becher !!  Ich hätte mir eine bessere, gemeinsame Entwicklung vorstellen können, aber leider gab und gibt es auch heute ältere Herren ! ( s. unter1. ).Wo könnte dieses Land stehen, wenn man die einmalige Chance genutzt hätte, etwas Neues aufzubauen, wenn man auf Augenhöhe verhandelt hätte. Das, was in beiden Staaten gut gelaufen ist, hätte man objektiv und kritisch auf Brauchbarkeit prüfen und übernehmen sollen. Aber Macht ist doch was geiles und, warum sollte man sie teilen, wenn man doch mit Druck und Geld alles erreichen kann? Die Worte “Volkswirtschaft” und “Demokratie”, die den Politikern heute so leicht über die Lippen kommen, sind m.E. nur Worthülsen und Täuschungen! Für mich persönlich haben sie eine andere Bedeutung. Auf Arbeitslosigkeit, Gewalt, Prostitution, ein kompliziertes Steuersystem, Drogen, Aktien und Parteien könnte man eigentlich verzichten. Lobbyisten hätten kaum eine Chance, es gäbe keinen Fraktionszwang und kein Machtgerangel der Parteien. Ach wäre das schön, wenn es keine Opposition gäbe und alle gewählten “Volksvertreter” verpflichtet wären, die Interessen der Bürger umzusetzen !
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  1. Welche Begriffe verbinden Sie spontan mit der DDR?

    • Pionierblume, diese dickfleischige Pflanze, die immer bei Versammlungen auf dem mit blauer Fahne bedeckten Präsidiumstisch stand.
    • Russen, Stagnation, Dummheit.
    • Trabant (Die Rache der Ostdeutschen fürs Sudentenland)
  2. Worin erinnern Sie sich besonders gern?
    Also diese  Frage ist schon ziemlich ostalgisch und impliziert, dass man sich an die DDR als solche gern erinnert, da geht einem glatt die Hutschnur hoch.
    Gut waren aber die Witze (nicht nur) über die DDR, denen man hier eineRubrik widmen sollte.
  3. Woran denken Sie ungern zurück?
    An den Zwiespalt sich mit dem System zu arrangieren, aber es gleichzeitig Scheiße zu finden.
  4. Wie verlief Ihr Berufsweg?
    Wahrscheinlich viel geradliniger als es heute die Regel ist.
  5. Was haben Sie in der Freizeit getan?
    Bier verkostet, Motorrad getourt, Beatles gehört, Westfernsehen geschaut.
  6. Was hat Ihre DDR-Vita besonders geprägt?
    Na die Vita-Cola natürlich! Ansonsten 12 Schuljahre. Die Armeezeit hat einem die Dämlichkeit des Systems sehr schön verdeutlicht.
  7. War das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander anders als heute?
    Feste Bindung birgt heute größere finanzielle Risiken als früher. Vielleicht spielen politische Ansichten heute nicht mehr die Rolle. Heute gibt es größere Gegensätze zwischen FKK- und nicht FKK-Anhängern. Aber sonst war alles genau so, meine das Runde muss immer noch in das Eckige oder so ..
  8. Wen aus der DDR verehren Sie besonders und wofür?

    • Manfred Krug, der es allen gezeigt hat…
    • Armin Müller-Stahl, der die Agenten ins unsichtbare Visier genommen hat…
    • Hannes Hegen für die besten Comics aller Zeiten…
  9. Welche Meinung hatten Sie 1990 zur Wiedervereinigung?
    Skeptisch-neugierig-euphorisch
  10. Welche Meinung haben Sie heute zum vereinten Deutschland?
    Zum glücklichsten Volk der Welt fehlt nur der WM-Titel. Zum Glück wurden keine Experimente gemacht. Das Ost-West-Zusammenwachsen ist immer noch eine spannende Herausforderung, aber auf gutem Wege … schade eigentlich für die Ossi-Wessi-Witze …

Und was meinen Sie dazu? Der Blog freut sich auf Ihre Kommentare.

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  1. Welche Begriffe verbinden Sie spontan mit der DDR?
    Autoritär, vermauert, intolerant, ideologisch.
  2. Woran erinnern Sie sich besonders gern?
    An die Fahnenstange auf dem Schulhof … Nein, an die schönen Momente natürlich, die es trotz / unabhängig / oder gerade wegen der Defizite dieses Staates gab. Zum Beispiel das Pflaumenmus meiner Mutter oder das Glücksgefühl, ein Buch von Christa Wolf ergattert zu haben.
  3. Woran denken Sie ungern zurück?
    An die Ungerechtigkeiten: unter anderem, dass ich trotz ärztlichen Attestes für meinen kranken Sohn nicht verkürzt arbeiten durfte.
  4. Wie verlief Ihr Berufsweg?
    Abi, Studium, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Biotechnologie-Forschung, Aufhebung des Arbeitsvertrages (weil ich mich nicht bereit erklärte voll zu arbeiten, siehe vorige Frage), freiberuflich Fachübersetzungen, – Wende – , Quereinstieg ins Autorentum.
  5. Was haben Sie in der Freizeit getan?
    Auf dem Lande gab es nicht viele Möglichkeiten … Jugendtanz, Jugendtanz und Jugendtanz. Ich habe sehr, sehr viel gelesen. Beim Studium kamen noch Kino und Theater dazu.
  6. Wen aus der DDR verehren Sie besonders und wofür?
    Wolfgang Hilbig, Adolf Endler, Franz Fühmann,Harald Gerlach, Helga Novak, Lutz Rathenow … und andere, weil sie den Mund aufmachten und mit ihrer Literatur Hoffnung gaben.
  7. Was hat Ihre DDR-Vita besonders geprägt?
    Schlagersüßtafel … Ich weiß es nicht.  Alles und nichts.
  8. War das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander anders als heute?
    Ja. Es war geschlechtsloser als heute. Gleichberechtigter war es deshalb aber leider nicht, vielleicht ehrlicher.
  9. Welche Meinung hatten Sie 1990 zur Wiedervereinigung?
    Dieselbe, die ich heute habe.
  10. Welche Meinung haben Sie heute zum vereinten Deutschland?
    Wir hatten Glück. Und ausnahmsweise stimme ich hier mit Herrn Diestel überein … Ob wir so viel Glück verdient haben?
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  1. Welche Begriffe verbinden Sie spontan mit der DDR?
    Einfachheit. Unendliches Fernweh. Aus nichts etwas Schönes machen. Mehr Ruhe. Naturfarben / Grautöne. Den goldenen Mittelweg suchen zwischen Tagesschau und Aktueller Kamera.
  2. Woran erinnern Sie sich besonders gern?
    Kein Verpackungsmüll. Keine  Belästigung durch die ewigen Titten-Bilder und allgegenwärtige Pornografie. Gefühlte Gleichberechtigung der Frau. Spaß in der Jugendherberge. An Bambina und Nougatstange. Danke, Mama.
  3. Woran denken Sie ungern zurück?
    An die Phrasendrescherei, derer manche sich befleißigten und der man nur schwer entrinnen konnte. An mein permanentes Unverständnis dafür, dass weltfremder Unsinn als offiziell richtig hingestellt wurde. Also: Im Berufsalltag ständig Ohren zuhalten, Kopf schütteln und Humor aufbringen müssen. Das war extrem lästig.
  4. Wie verlief Ihr Berufsweg?
    Besprengt mit Wermutstropfen. Beworben hatte ich mich für Medizin. Aus Mangel an Bedarf in jenem Jahr wurde ich umgelenkt: Auf Deutsch-Russisch-Lehrer.Damit stürzte eine Welt zusammen. Das Beste draus machen blieb als einzige Möglichkeit. Zu meiner Überraschung war das Studium im Bereich Germanistik/Slawistik unheimlich spannend. Ein Jahr Russland/ Woronesh – die wirklich große weite Welt, Steppe und interationales Wohnheim. Die Rückkehr in die DDR war für mich wie aus dem Gartenbeet zurück in einen Gartenschlauch gepresst zu werden. Angebot für ein Forschungsstudium in Deutscher Literaturgeschichte. Wende: Der Forschungsbereich an meiner Hochschule wurde abgewickelt, mein Professor ging in den Westen. Also: Keine Promotion. Aber dafür: Tätigkeit als Lehrerin bis heute.
  5. Was haben Sie in der Freizeit getan?
    Wir hatten Tiere bei uns zu Hause: Rehbock, Schafe, Jagdhund, Katze, Wildschwein etc. In der Natur sein, Stricken mit Wolgast-Wolle, Gedichte schreiben, lesen, backen, klöppeln, schnitzen, baden gehen, ins Poetenlager fahren, angeleitet von Autoren und Malern. Sobald in der Stadt: Ausgehen und Kultur, ins Kino, Theater, Konzert.
  6. Wen aus der DDR verehren Sie besonders und wofür?
    Den genialen Schauspieler Eberhard Esche.  Sein Deutschland. Ein Wintermärchen im Deutschen Theater ist mir heute noch im Ohr. Er  ging mit der Biermann-Affäre nicht in den Westen, sondern blieb. Und damit ein gutes Gefühl.
  7. Was hat Ihre DDR-Vita besonders geprägt?
    Der ständige Versuch, irgendwie mit der Außenwelt in Kontakt zu treten. Wir hatten zu Hause viele internationale Freunde, sofern das möglich war ohne “Westverwandte”. Unsere Familie pflegte Kontakte in alle Richtungen außerhalb der DDR, von USA bis Kasachstan – alles wurde stets misstrauisch beäugt und von der Stasi überwacht. Funkauto vor unserem Haus, aufgerissene Liebesbriefe. Die dicke Stasiakte meines Vaters spricht Bände. Dieses Misstrauensverhaltnis war völlig unnötig.
  8. War das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander anders als heute?
    Wenn ich heute zum Nacktschwimmen oder in die Gemischt-Sauna gehe, meine ich auf Anhieb herausfinden zu können, welcher Mann aus dem Osten und welcher aus dem Westen ist. Der aus dem Westen glotzt mich an, als ob es da was umsonst gibt, der aus dem Osten sieht mich einfach als Frau an. Ausnahmen mögen die Regel bestätigen! Ich fand das Verhältnis zwischen Mann und Frau rein und unbeschwert, völlig natürlich. Wenn wir miteinander sprachen und lachten, dann gab es keine Hintergedanken. (Will die mich etwa, weil ich mehr Geld habe? Was für`n Quatsch.) Heute hat unbeschwerter Verkehr oft den Touch des Unmoralischen. Das stört mich.
  9. Welche Meinung hatten Sie 1990 zur Wiedervereinigung?
    Das war eine atmberaubend aufregende Zeit. Im Studentenwohnheim schauten wir zum ersten Mal die Aktuelle Kamera im Fernsehraum. Daggi sagte: Ich versteh das nicht! Was is´n hier los? Ich sagte: Wir sind in eine revolutionäre Zeit hineingeboren!  Das ging so plötzlich, so schnell.  Ich war sehr stolz und glücklich. Das erste Mal in Westberlin hat mich extrem angewidert. Diese Aufdringlichkeit, mit der überflüssige Waren angepriesen werden, darunter die Frau als Ware. Dieser Verpackungsmüll. Igitt. Dass die Menschen von jeder Seite – Ost und West – sich das Beste nehmen, um gemeinsam einen deutschen Staat zu gestalten, war natürlich eine Illusion. Der Kapitalist will bloß Geld verdienen. Das ist alles, was ihn interessiert, leider. Deshalb wurde ja nur der Beitritt in aller Eile vereinbart. Es gab keine echte Wiedereinigung.
  10. Welche Meinung haben Sie heute zum vereinten Deutschland?
    Der Manipulation durch die Medien kann heute nur noch entgehen, wer ganz ausschaltet. Zudröhnung mit Werbung und anderen unnötigen Informationen nicht mehr zulässt. Das Geschwätz vom “Höher-Schneller-Weiter” gibt es im Heute und Hier genauso wie damals. Ein belastendes Überangebot an Waren, die niemand braucht. Zu viel Schein, zu wenig Sein.
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  1. Welche Begriffe verbinden Sie spontan mit der DDR?
    Konsum, Hausgemeinschaft, Arbeitsgemeinschaft.
  2. Woran erinnern Sie sich besonders gern?
    Viele Freunde, Jugendclub. Nachbarschaftshilfe.
  3. Woran denken Sie ungern zurück?
    Reisebeschränkung, Hausbuch, ABV.
  4. Wie verlief Ihr Berufsweg?
    DDR Karriere, Berufssoldat.
  5. Was haben Sie in der Freizeit getan?
    Familie, Datsche, Urlaub in der CSSR.
  6. Wen aus der DDR verehren Sie besonders und wofür?
    Fällt mir außer meiner Mutter und meinem Vater nix ein.
  7. Was hat Ihre DDR-Vita besonders geprägt?
    Schule, Elternhaus.
  8. War das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander anders als heute?
    Lockerer, weniger verkrampft. Wir hatten Sex ohne Angst vor irgendwelchen Krankheiten, die wir damals gar nicht kannten.
  9. Welche Meinung hatten Sie 1990 zur Wiedervereinigung?
    Überstürzt, unausgereift, keiner hat uns wirklich gefragt.
  10. Welche Meinung haben Sie heute zum vereinten Deutschland?
    Eigentlich sind die Probleme dieselben, man kann drüber sprechen, aber es interessiert keinen.
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“Stimme der DDR” freut sich, dass zum Blogstart Peter-Michael Diestel die zehn Fragen beantwortet hat. Diestel ist Jahrgang 52. Nach einer Ausbildung zum Rinderzüchter und einem Jura-Studium leitete er bis 1989 die Rechtsabteilung einer Agrar-Industrie-Vereinigung. Mit der Wende ging er in die Politik: Mitbegründer zweier konservativer Parteien, Abgeordnete der Volkskammer, Stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister der DDR, bis 1994 Landtagsabgeordneter in Brandenburg und dort zeitweise CDU-Fraktionschef. Dabei und danach Rechtsanwalt und Leiter einer Kanzlei u.a. in Potsdam. Streitbar, umstritten und immer mittemang.

  1. Welche Begriffe verbinden Sie spontan mit der DDR?
    Tragisch und komisch.
  2. Woran erinnern Sie sich besonders gern?
    An meine Kindheit und meine Jugend und an die Sicherheit, in der wir gelebt haben.
  3. Woran denken Sie ungern zurück?
    Begrenztheit und allgegenwärtige Dummheit und den Durchschnitt, welcher das Krebsgeschwür dieser Gesellschaft war.
  4. Wie verlief Ihr Berufsweg?
    Planmäßig und außerordentlich erfolgreich.
  5. Was haben Sie in der Freizeit getan?
    Ich habe Bücher gelesen und sehr viel Sport getrieben.
  6. Wen aus der DDR verehren Sie besonders und wofür?
    Ich verehre alle Menschen, die mit mir gemeinsam in dieser Republik gelebt haben und die trotz widrigen Bedingungen optimistisch und lebensfroh miteinander umgegangen sind.
  7. Was hat Ihre DDR-Vita besonders geprägt?
    Ich habe ehemals in einer Gesellschaft gelebt, die vollständig anders ist als unsere heutige. Ich habe die Wende mitgestaltet und werde auch die nächsten 3 Wenden mitgestalten, sofern der liebe Gott es mir gestattet, dann noch über meinen Verstand zu verfügen.
  8. War das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander anders als heute?
    Es war unkomplizierter und direkter und wir hatten sehr viel Sex, auch ohne Stasi, SED und ohne Zuteilung.
  9. Welche Meinung hatten Sie 1990 zur Wiedervereinigung?
    Ich habe die DDR bewusst abgeschafft und mit meinem Lebenslauf die Deutsche Wiedervereinigung mit dem Namen Diestel verbunden.
  10. Welche Meinung haben Sie heute zum vereinten Deutschland?
    Ich empfinde das wiedervereinte Deutschland als das größte Glück der Deutschen. Nur ob wir dieses verdient haben, darüber lässt sich streiten.

Wollen Sie Ihre eigene Sicht darlegen? Dann beantworten doch auch Sie unsere Fragen.

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“Du hast den Farbfilm vergessen,
mein Michael,
Nun glaubt uns kein Mensch, wie schön’s hier war (hahahaha).
Du hast den Farbfilm vergessen,
bei meiner Seel,
Alles blau und weiß und grün und später nicht mehr wahr!”

Mauer, Stasi, Unrechtsstaat, Leseland – die DDR leuchtet in den Medien oft nur schwarz-weiß.  Stimme der DDR bringt die Farbe zurück. Der Name  ist Programm. Anhand der Antworten auf zehn immer gleiche Fragen zeichnet das Blog ein Stimmen- und Stimmungsbild des Ostens.

Wollen Sie sich beteiligen und andere teilhaben lassen an Ihren Erfahrungen, an den vergeblichen Wünschen, an den erfüllten Hoffnungen und den enttäuschten? Dann senden Sie uns doch Ihre ganz persönlichen Antworten.  Die Fragen finden Sie hier. Stimme der DDR veröffentlicht Ihre ganz persönlichen Erinnerungen, auf Wunsch auch anonym.  Und natürlich können Sie die Antworten anderer kommentieren – es lebe das Gespräch.

Der Blogname ist selbst eine ambivalente Erinnerung: An einen staatlichen Rundfunksender mit all seiner Propaganda. Und an den Beatles-Oldie der Woche, jeden Freitag gegen 21.45 Uhr dort mitgeschnitten von vermutlich Tausenden auf ihren Sonett-, Anett- oder Stern-Recordern. Das Leben ist bunt.

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