From the monthly archives: März 2011

Diesen und andere Sprüche mit DDR-Bezug gibt es ab sofort auch auf T-Shirts. Falls Sie also

  • schon immer mal jemanden mit einem Blockflöten-Shirt bedenken wollten,
  • immer noch Jugendfreund oder zumindest ein Freund der Jugend sind oder
  • nur nach einem originellen Geschenk zum Geburstag, für zwischendurch oder für eine Motto-Party suchen -

schauen Sie doch im Spreadshirt-Shop von Stimme der DDR vorbei. Der Shop ist auch in der Menüleiste dieses Blogs verlinkt.

Spreadshirt ist ein Unternehmen mit Sitz in Leipzig und rund 300 Mitarbeitern. Es stellt Nutzern eine Online-Plattform zur Verfügung, auf der diese T-Shirts und ähnliche Produkte mit eigenen Motiven anbieten können. Käufer können die Shirts dem eigenen Geschmack anpassen, indem sie zum Beispiel Farbe oder Schnitt ändern.  Die Produktion und den Versand übernimmt Spreadshirt. Der Anbieter der Motive erhält für eine Provision für verkaufte Produkte.

 
  1. Welche Begriffe verbinden Sie spontan mit der DDR?
    Weltniveau. Mittelmaß. Pressefest. Ehrentribüne. Soli-Basar. Russen-Magazin. PGH. Jugendmode.
  2. Woran erinnern Sie sich besonders gern?
    An  die Ferienlager-Aufenthalte als Kind.  Später dann an das Ferienlager, in dem ich als Betreuer meine erste “richtige” Freundin kennenlernte. Der erste Kuss. An Situationen im Beruf, wo wir Erfolg hatten, obwohl es erst nicht danach aussah, wir es dann aber doch gepackt haben.
  3. Woran denken Sie ungern zurück?
    An den wie scheintoten Breshnew. An die häufigen Belehrungen durch Hundertfünfzigprozentige in Versammlungen. Man (mein Umfeld und ich) selber war bei so 80 Prozent.  Eher dafür als dagegen also. Hätte doch  reichen können.
  4. Wie verlief Ihr Berufsweg?
    Unproblematisch. Mittelschule, Oberschule, Fahne, Studium Arbeitsökonomie.  Die Hochschule hatte einen Vertrag mit einem oder sogar mehreren Kombinaten:  Berufsanschluss.  Im Betrieb dann die üblichen Querelen zwischen Materialmangel und Planübererfüllung.  Nach der Wende zu alt.
  5. Was haben Sie in der Freizeit getan?
    Viel mit dem Betrieb unter Einschluss der Familien.  Theater-Anrecht – kennt das noch jemand außer mir? So wurden selbst die “Banausen” mit Kultur versorgt.  Kino Kosmos, die Defa-Indianerfilme und die Märchen haben wir gern zusammen mit den Kindern gesehen.  Der Eintritt hat in meiner Erinnerung nur 50 Pfennig gekostet und für Kinder 25, aber da kann ich mich auch täuschen.
  6. Wen aus der DDR verehren Sie besonders und wofür?
    Die die Knochen hingehalten haben und nicht auf “Schwätzer-Druckposten” aus waren.  Diese Leute haben das Land am Laufen gehalten.  Leute mit Berufsehre und dem Anstand, niemanden zu denunzieren.
  7. Was hat Ihre DDR-Vita besonders geprägt?
    Wir haben gelebt, wie wir gelebt haben.
  8. War das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander anders als heute?
    Natürlicher. Genauer kann ich das nicht beschreiben. Nicht so berechnend von beiden Seiten, wie ich es jetzt manchmal im Bekannten- und Verwandtenkreis vermute.
  9. Welche Meinung hatten Sie 1990 zur Wiedervereinigung?
    … und der Zukunft zugewandt.  Hoffnung auf West-Investoren.  Bald dann Skepsis.
  10. Welche Meinung haben Sie heute zum vereinten Deutschland?
    Zwang gibt es auch heute, wo jeder die Meinung sagen darf. So karrieregeil wie manche “Führungskräfte” heute sind, wären die früher mit Sicherheit die ersten gewesen, die bei der Stasi “hier” gerufen  haben.  Wer noch im Berufsleben steht und Karriere machen will,  hält auch heute manchmal besser die Klappe, selbst wenn er weiß, dass etwas nicht funkionieren wird.  Die Menschen sind, wie sie sind.
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  1. Welche Begriffe verbinden Sie spontan mit der DDR?
    Lug und Betrug. Und dann noch Betrug und Lug.
  2. Woran erinnern Sie sich besonders gern?
    3. Oktober 1990
  3. Woran denken Sie ungern zurück?
    Nicht-Auflösung der SED
  4. Wie verlief Ihr Berufsweg?
    Kein Studienplatz wegen “staatsfeindlicher Äußerungen”. Hilfsarbeiter. Dann Berufsausbildung.
  5. Was haben Sie in der Freizeit getan?
    Gelesen. Getrampt. West-Musik gehört. Gesoffen. Selber Musik gemacht.
  6. Wen aus der DDR verehren Sie besonders und wofür?
    jeden, der abgehauen ist und damit gezeigt hat, dass ein anderes Leben möglich ist
  7. Was hat Ihre DDR-Vita besonders geprägt?
    Spitzelnde Arschlöcher-IM.   Auf jeden richtigen kamen 2 falsche Freunde.
  8. War das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander anders als heute?
    Heute kann ich einer Frau sagen, dass ich Politiker X Scheiße finde, ohne dass sie es irgendwo melden rennt.
  9. Welche Meinung hatten Sie 1990 zur Wiedervereinigung?
    Nie wieder Kommunismus
  10. Welche Meinung haben Sie heute zum vereinten Deutschland?
    Zu viel Gejammer, grad im Osten. Sieht man ja auch bei Ihnen auf der Seite.
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In dem gut einen Monat seit Start von Stimme der DDR  haben sich hier 14 Menschen mit ihren Ansichten und Lebensläufen zu Wort gemeldet.  Besuche empfing der Blog in dieser Zeit  1.654. Ist das viel, ist das wenig? Der Versuch eine Zwischenbilanz.

Blogs gibt es wie Bäume im Wald. Wer bemerkt werden will im Blätterrauschen, benötigt ein Thema, das andere interessiert. Ausdauer schadet auch nicht und ein wenig Glück ist immer dabei. Die Blog-Charts werten nach der Anzahl von Verlinkungen; verlässliche Zugriffszahlen scheinen aber Mangelware wie einst das Magazin oder tschechisches Bier.

Der aufwändig betriebene Bildblog, der sich auf Fehler in deutschsprachigen Medien spezialisiert hat,  veröffentlicht aus Werbegründen seine Visits – pro Monat über eine Million. Andere Blogs dagegen sind fast Selbstgespräche oder finden ihre Leser  im Familien- oder Freundeskreis. Visits besagen, wie oft innerhalb eines bestimmten  Zeitraums von einer IP-Adresse auf eine Website zugegriffen wird. Ruft dieselbe IP-Adresse nach diesem Zeitraum, Standard dafür ist eine halbe Stunde, die Website erneut auf, zählt auch der Besuch neu.

Die anderthalbtausend Visits bei Stimme der DDR, einem Ein-Mann-Feierabendprojekt, finde ich enorm.  Und auch dass sich bei einem Blog mit einem so  eingegrenzten Thema bislang 14 „Ko-Autoren“ gefunden haben, ermutigt zum Weitermachen.  Die hier veröffentlichten Zuschriften (und veröffentlicht wurden alle) entsprechen natürlich den Original-Antworten; lediglich die Rechtschreibung habe ich im Zweifel der nach der Reformreform gültigen angepasst. Was nicht heißt, dass die Orthographie der Schreiber gehinkt hätte; allenfalls ging es um Petitessen.

Dass nach dem Prominenten-Startbeitrag Diestels alle anderen es vorgezogen haben, ihre Antworten anonym zu veröffentlichen, erstaunt nur auf den ersten Blick. Zum einen entspricht es dem Medium Internet. Und wer mag schon seine zutiefst privaten Meinungen, Hoffnungen, Enttäuschungen unter Klarnamen vor einem anonymen Publikum ausbreiten, zu dem im Zweifelsfall der Arbeitgeber gehört. Die Antworten wirken auf mich durchdacht, sprechen in ihrer Buntheit für sich und lösen ein, was der Blog beabsichtigt – eine Plattform zu sein, auf der sich die Erfahrungen anderer mit den eigenen vermischen. Weiter will ich nicht werten. Jeder Interessierte kann sich leicht selbst eine Meinung bilden.

Klar scheint: Die Anzahl der Besucher beeinflusst auch die Anzahl der Zuschriften: Je mehr mitlesen, desto mehr bekommen Lust, sich mit ihren Erinnerungen zu beteiligen, desto interessanter wird das Mitlesen, desto mehr….

Also: Wenn Sie’s interessiert – verschicken Sie den Link, sagen Sie Ihren Freunden Bescheid, twittern Sie, setzen ein „Gefällt mir“ bei Facebook. Am besten gleich jetzt.

Stimme der DDR freut sich auf Leser, Mails, Biografien und auf Ihre Meinungen per Kommentar.

Mario Kluge


 
  1. Welche Begriffe verbinden Sie spontan mit der DDR?
    Utopie. Scheitern.
  2. Woran erinnern Sie sich besonders gern?
    An das Gefühl der sozialen Sicherheit.  An den  Trost, im besseren, weil moralischeren deutschen Staat zu leben.
  3. Woran denken Sie ungern zurück?
    Daran, wie beide Gefühle getäuscht haben.
  4. Wie verlief Ihr Berufsweg?
    Normal.
  5. Was haben Sie in der Freizeit getan?
    Das, was mir gefallen hat. Und das, wozu man genötigt wurde. Von Subbotnik (vielleicht die Hälfte davon tatsächlich freiwillig) bis zum Mittrotten am 1. Mai.
  6. Wen aus der DDR verehren Sie besonders und wofür?
    Jürgen Sparwasser für die 78. Minute.
  7. Was hat Ihre DDR-Vita besonders geprägt?
    Zeit, Ort, Raum.
  8. War das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander anders als heute?
    Es gab keine als Huren allgemein “kaufbaren” Frauen. Deshalb mussten Frauen auch nicht so verbissen zeigen, dass sie keine Sexobjekte sind, wie es jetzt oft der Fall ist.
  9. Welche Meinung hatten Sie 1990 zur Wiedervereinigung?
    Stolz, dass die Nichtsmerker da oben weg waren durch so viele kleine und große Anstrengungen vieler „kleiner“ mutiger oder weniger mutiger Bürger.
  10. Welche Meinung haben Sie heute zum vereinten Deutschland?
    Die DDR war ein Gegenentwurf und als solcher notwenig. Oder wie war das mit der Rassentrennung in den USA bis weit in die 60-er und mit den 3 Millionen Vietnamkriegstoten?  Das wird heute verdrängt, weil „freiheitlich-demokratische Grundordnung“ als gottgegeben gilt.  Vor dem Hintergrund sieht der ostdeutsche Staatsversuch dann natürlich einfach nur lächerlich aus und wird ja auch nur noch verlacht, wenn er nicht begeifert wird.  Scheinbar gab es nur Helden des Widerstands (DDR-Oppositioneller scheint zwanzig Jahre später eine Art Berufsbezeichnung geworden zu sein, die für den so Apostrophierten als ausreichendes Charakteristikum erscheint)  oder aber naive und deshalb lächerliche Gläubige wie in „Goodbye Lenin“.  Und natürlich die Stasi. In zynischen Momenten meine ich, dass man die hätte erfinden müssen, wenn es sie nicht gegeben hätte, einfach so als Sündenbock.  Alle Sünden auf den Stasi-Menschen abladen und in die Wüste schicken. Dann muss man nicht so viel nachdenken. Katharsis.

Zur Frage nach dem Witz (auch wenn mir gerade nicht lustig zumute ist):
Was passiert, wenn ein sozialistischer Ökonom in die Wüste kommt?
Erst mal nichts. Aber dann wird der Sand knapp.

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  1. Welche Begriffe verbinden Sie spontan mit der DDR?
    Hallorenkugeln und Harzer Tröpfchen, Sekundärrohstoffe sammeln
  2. Woran erinnern Sie sich besonders gern?
    An das Hochschulsystem: Studium war kostenlos und für sehr gute Leistungen gab es Leistungsstip. Höhere Bildung war für jedermann, da war es egal, ob arm oder reich.
  3. Woran denken Sie ungern zurück?
    Nur mit Passierschein ins Grenzgebiet. Kontrolle schon im Bus oder im Zug.
  4. Wie verlief Ihr Berufsweg?
    Geradlinig. Nehmen, was man kriegte, ohne dass man eine rechte Vorstellung davon hatte. Und sich dann arrangieren.
  5. Was haben Sie in der Freizeit getan?
    Klamotten selber nähen aus Seide.
  6. Wen aus der DDR verehren Sie besonders und wofür?
    Menschen, die nicht  alles nachquatsch(t)en.
  7. Was hat Ihre DDR-Vita besonders geprägt?
    Der begrenzte Raum, in dem wir lebten, weil er fast grenzenlose Phantasie und Sehnsüchte bescherte. Ganz im Gegensatz zu heute: Alles ist möglich – bloß man will es kaum noch.
  8. War das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander anders als heute?
    Wir waren jünger – daher fällt mir der Vergleich nicht  leicht. Dennoch: Unbeschwerter. Auf das Wesentliche konzentriert.
  9. Welche Meinung hatten Sie 1990 zur Wiedervereinigung?
    Nach der Euphorie wurde es zu enttäuscht und zu aggressiv.  “Erst mal richtig arbeiten lernen” und ähnliche  Stammtisch-Parolen dort, “Scheiß-Wessi” hier.
  10. Welche Meinung haben Sie heute zum vereinten Deutschland?
    Konsum. Konsum. Konsum.
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  1. Welche Begriffe verbinden Sie spontan mit der DDR?
    Heimat. Herkunft. Herr Fuchs und Frau Elster.
  2. Woran erinnern Sie sich besonders gern?
    Das klingt vielleicht komisch, aber zum Beispiel an Urkunden und Medaillen, die man sich über die Wand gehängt hat, als sichtbare Würdigung der eigenen Leistungen. Oder an die Knochenarbeit beim Einsatz bei der Patenbrigade. Irgendwie hatte man nämlich unterschwellig das Gefühl, etwas Gutes getan zu haben.
  3. Woran denken Sie ungern zurück?
    Bespitzelung. An die fehlende Meinungs- und Pressefreiheit. Meine Freundin z.B. hatte Udo Lindenberg verehrt und deshalb nur Probleme. Fast jeder hat sich in Westmedien informiert, aber thematisiert werden durfte das nicht. Absurd.
  4. Wie verlief Ihr Berufsweg?
    POS, EOS, Hochschule und danach sofort vermittelte Arbeit mit dazugehöriger Wohnung. Gleich nach dem ersten Arbeitsjahr zwei Kinder hintereinander. Das war ideal. Einige Jahre nach der Wende Verbeamtung
  5. Was haben Sie in der Freizeit getan?
    Es gab definitiv weniger Freizeitmöglichkeiten als heute für die Kinder, aber ich hab mich nie gelangweilt. Ferienlager und Oma besuchen. Lesen, Garten.
  6. Wen aus der DDR verehren Sie besonders und wofür?
    Meine Eltern, die uns Kinder in abgeschotteter Privatheit aufwachsen ließen, ohne sich dabei von irgendjemandem in die Karten gucken zu lassen.
  7. Was hat Ihre DDR-Vita besonders geprägt?
    Ich war nicht in der Partei und bin damit gut gefahren.
  8. War das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander anders als heute?
    Es war weitaus unkomplizerter und mit mehr Spaß verbunden. Was sich ergeben  hat, hat sich ergeben und basta. Heute wird viel mehr darüber geredet, wird auch viel mehr zer-redet und sich den Kopf zerbrochen als früher.
  9. Welche Meinung hatten Sie 1990 zur Wiedervereinigung?
    Ich war euphorisch. An der Wessi-Ossi-Diskussion habe ich mich nie beteiligt, die fand ich von Anfang an künstlich erzeugt. (Z.B. wenn von vielen aus dem Westteil die friedliche Revolution auf eine Banane heruntergeredet wurde, was mich etwas verwunderte.) Für mich gab es von Anfang an “die Deutschen”. Nur der Mensch zählt für mich, egal, wo er herkommt. Und ganz Deutschland zu bereisen und sehen, wie groß es ist, schenkt mir immer wieder ein schönes Gefühl.
  10. Welche Meinung haben Sie heute zum vereinten Deutschland?
    Es hat schon immer gesellschaftliche Utopien gegeben. Gutes von hüben und drüben zu verknüpfen, dazu gab es eine historische Chance. Die aber vertan wurde. Das ist schade für alle Deutschen zusammen. Die Diktatur des Kapitals mit ihrem Überangebot an Waren verfolgt einen heute auf besonders lästige Art und Weise.
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  1. Welche Begriffe verbinden Sie spontan mit der DDR ?
    negativ: Mauer, Stacheldraht, Schießbefehl, politische Betonköpfe
    positiv: miteinander, füreinander, kreativ (aufgrund permanenter Materialkalamitäten), viel Spaß, FKK ohne  Porno-Hintergrund
  2. Woran erinnern Sie sich besonders gern?
    Kindheit, Schule, Bibliotheken, AG, Sportgemeinschaften, Zeit als Amateur-Musiker, HG-Feten, Satire vom Feinsten (zwischen den Zeilen lesen/hören)
  3. Woran denken Sie ungern zurück?
    Wohnungssuche, Staatsbürgerkunde, von Schnitzler
  4. Wie verlief Ihr Berufsweg?
    kerzengerade mit hervorragender Bildung und Ausbildung
  5. Was haben Sie in der Freizeit getan?
    Sport und Musik
  6. Wen aus der DDR verehren Sie besonders und wofür?
    Heinz-Florian Oertel, für seine Vorbildwirkung im direkten Umgang mit unserer wunderschönen Muttersprache, indem er seine Sätze druckreif sprach und dies noch tut
  7. Was hat Ihre DDR-Vita besonders geprägt?
    u.a. das eben Genannte, was mich niemals den Begriff “Vita” verwenden ließe, weil es dafür einen für alle verständlichen     deutschen Begriff gibt
  8. War das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander anders als heute?
    auf jeden Fall – Emanzen gab und gibt es überall, aber Selbstbewußtsein und Selbstwertgefühl der Frauen waren stärker,
    die Aussage einer Frau war genauso viel wert, wie die eines Mannes (jedenfalls da, wo ich 20 Jahre gearbeitet habe)
  9. Welche Meinung hatten Sie 1990 zur Wiedervereinigung?
    folgerichtig und notwendig
  10. Welche Meinung haben Sie heute zum vereinten Deutschland?
    Quo vadis, Germania ? Dummheit, Verlogenheit und Egoismus sind auf dem Vormarsch,
    Mensch – nur noch ein Begriff,
    dafür buckeln, treten, schleimen, mobben, kriechen, heucheln, selbstdarstellen, prahlen …
  1. Welche Begriffe verbinden Sie spontan mit der DDR?
    Kollektiv. Frauentag. Softeis.
  2. Woran erinnern Sie sich besonders gern?
    An die Arbeit mit den Kollegen. Rau aber herzlich. An meinen Mann, der vor vier Jahren gestorben ist. An  Kati Witt auf dem Eis.
  3. Woran denken Sie ungern zurück?
    Schwierigkeiten, im Reisebüro mal eine Reise wenigstens nach Bulgarien zu bekommen. Besuch von einem Stasi-Mann, der etwas über eine Nachbarin wissen wollte und den wir abgewimmelt haben.
  4. Wie verlief Ihr Berufsweg?
    Oberschule, Dreherin, Brigadierin. Nach der Wende aufgekauft, zugemacht. Danach Wechsel zwischen Umschulung, ABM, Arbeitslosigkeit. ABM und Umschulung sind auch nur verdeckte Arbeitslosigkeit.
  5. Was haben Sie in der Freizeit getan?
    Garten. Feste mit der Hausgemeinschaft. Kinder besucht oder von unseren Kindern besucht.
  6. Wen aus der DDR verehren Sie besonders und wofür?
    Täve Schur, den Radfahrer. Er war so ein fairer Sportsmann, dass er einem Kameraden den Sieg überlassen hat.
  7. Was hat Ihre DDR-Vita besonders geprägt?
    Im Betrieb, privat. Irgendwie hat es immer geklappt.
  8. War das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander anders als heute?
    Wenn ja, dann liegt es vielleicht auch an den unterschiedlichen Generationen. Heute lässt sich ja ALLES im Internet betrachten.
  9. Welche Meinung hatten Sie 1990 zur Wiedervereinigung?
    Wir waren auf den Montagsdemos und haben die Einheit gefeiert, mein Mann hatte  auch Verwandte “drüben”.  Bei Reisen in den Westen haben wir dann gemerkt,  dass viele dort froh wären, alles wäre wie  früher geblieben.  Wir sind überall hingefahren, die sind in ihrem Schwarzwald hocken geblieben oder weiter wie immer nach Italien gefahren statt auch mal nach Dresden oder Rügen.
    10. Welche Meinung haben Sie heute zum vereinten Deutschland?
    Mein Mann und ich hatten das Pech zu alt zu sein, um noch eine Chance zu haben auf dem “Arbeitsmarkt”.  Die Kinder haben es aber geschafft und sind in Lohn und Brot, auch den Enkeln geht es gut. Einer von ihnen schreibt das hier  für mich, da ich mich mit Computern nicht auskenne.
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J.F.  hat in seiner Antwort angeregt, dass der Blog Witzen eine eigene Rubrik gibt.  Da es Joke-Seiten im Netz schon zuhauf gibt, habe ich stattdessen lieber die 10 Fragen entsprechend ergänzt.  Einer meiner Lieblingswitze ist zum Beispiel der folgende:

Frage an Radio Eriwan: “Ist es wahr, dass der Kosmonaut Juri Gagarin eine Reise in die USA gewonnen hat?”
Antwort: “Im Prinzip ja, aber es war nicht der Kosmonaut Juri Gagarin, sondern ein Rentner, und er hieß nicht Juri, sondern Oleg, und auch nicht Gagarin, sondern Gaganow, und es war nicht “in die USA”,  sondern in Kiew, und er hat keine Reise gewonnen, sondern ein Fahrrad, und er hat es auch nicht gewonnen, sondern es wurde ihm gestohlen.”

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