From the monthly archives: Juli 2017

Mit diesem Untertitel hat die Otto-Brenner-Stiftung ihre Studie Die “Flüchtlingskrise” in den Medien veröffentlicht.  Die Studie hat über einen zwanzigwöchigen Zeitraum 30.000 Medienberichte erfasst und 1.700 analysiert.

Im Fokus standen große Printmedien wie FAZ, Süddeutsche und Bild, 80 Lokal- und Regionalblätter sowie reichweitenstarke Online-Medien.  Die Studie gelangt zu dem Ergebnis, dass nicht ausgewogen, sondern elitennah berichtet wurde, Bericht und Kommentar sich vermischt haben, Gegenmeinungen nicht zum Zuge kamen.  Bezogen auf die Welt, die Süddeutsche und die FAZ schreibt die Studie: “Die Akteure, die Beteiligten und Betroffenen kamen in den drei Leitmedien vergleichsweise  selten  im  O-Ton  zu  Wort.”

Das war bei Berichten über das Leben in der DDR nicht anders – einer der Gründe für diesen Blog.

Zur Studie der Otto-Brenner-Stiftung geht es hier. Randnotiz: Die Stiftung wurde 1972 durch die Gewerkschaft IG Metall gegründet. 1997 erhielt sie umgerechnet 14 Millionen Euro aus dem Vermögen der aufgelösten IG Metall der DDR, einer Gewerkschaft innerhalb des FDGB.

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  1. Welche Begriffe verbinden Sie spontan mit der DDR?
    NVA, SED, HO, Konsum, Pionier, Stasi
  2. Woran erinnern Sie sich besonders gern?
    Fahrten ins Kinderferienlager, Westbesuch
  3. Woran denken Sie ungern zurück?
    Jungpioniere, Thälmannpioniere, FDJ, Fahnenappelle, vormilitärische Ausbildung, ZV-Unterricht, Staatsbürgerkundeunterricht, Ausweiskontrollen
  4. Wie verlief Ihr Berufsweg?
    • Lehre als Offsetdrucker an der BS Rudi Arndt,
    • Offsetdrucker im 3-Schichtsystem in der SED-Bezirksdruckerei Märkische Volksstimme Potsdam,
    • Kündigung, 1 Jahr arbeitslos,
    • danach Kupferdrucker beim Staatlichen Kunsthandel der DDR bis zur Republikflucht
  5. Was haben Sie in der Freizeit getan?
    Gelesen, getrunken, getrampt, Zug und Fahrrad gefahren, Kino, Sex, Schach
  6. Wen aus der DDR verehren Sie besonders und wofür?
    Meinen damaligen Mathelehrer, weil er ein aufrichtiger und geradliniger Pädagoge war.
    Meinen damaligen Zeichenlehrer, weil er mich motivierte, während andere Lehrer uns Schüler schikanierten oder schlichte Opportunisten waren.
  7. Was hat Ihre DDR-Vita besonders geprägt?
    Der Entschluss den Wehrdienst zu verweigern. Die Bekanntschaft mit Wolf Biermann, den ich als Kind oft bei meinen Verwandten traf.
  8. War das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander anders als heute?
    Frauen waren unter den  Armen nicht rasiert, Männer auch nicht.
  9. Welche Meinung hatten Sie 1990 zur Wiedervereinigung?
    Keine klare.
    Ich war vor Wehrdienst und Staatssicherheit in den Westen geflohen und jetzt tauchten die ostdeutsche Muffigkeit, Rassismus und die Sachsen wieder in meinem Leben auf.
    Schön fand ich das nicht.
  10. Welche Meinung haben Sie heute zum vereinten Deutschland?
    Es war das bessere Übel. Die angedachten Alternativen der DDR-Opposition hätten auf Dauer nicht funktioniert.

    Und falls Sie noch Ihren Lieblings-Ostwitz loswerden wollen: nur zu.

    Einer von vielen: Zwei Volkspolizisten stehen vor einer Tür. Auf der Tür steht „Drücken“. Einer macht in die Hose, der andere nicht  – warum?
    Kann nicht lesen.
 

Ein Tagesspiegel-Newsletter stellt Stimme der DDR vor und mir Fragen. Der Tagesspiegel ist eine Zeitung in Berlin.

 

Petra Köpping

  1. Welche Begriffe verbinden Sie spontan mit der DDR?
    Leckermäulchen, Trabi, VEB, LPG
  2. Woran erinnern Sie sich besonders gern?
    An gute Nachbarschaften und hilfsbereite Menschen.
  3. Woran denken Sie ungern zurück?
    An mangelnde Reisefreiheit und alltägliche Gängelung.
  4. Wie verlief Ihr Berufsweg?
    • geboren 1958 in Nordhausen
    • verheiratet, 3 Kinder
    • Diplom-Staatsrechtswissenschaftlerin
    • Bürgermeisterin von Großpösna (1989-1990, 1994-2001)
    • Außendienstmitarbeiterin der Deutschen Angestelltenkrankenkasse (1990-1994)
    • Landrätin des Landkreises Leipziger Land (2001-2008)
    • Beraterin der Sächsischen Aufbaubank (2008-2009)
    • Landtagsabgeordnete (seit 2009)
    • Kreisrätin im Kreistag des Landkreises Leipzig (seit 2014)
    • Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration (seit 2014)
    • Parteizugehörigkeit: 1986 bis Juni 1989: SED; Juli 1989 bis Juli 2002: parteilos; seit 1. August 2002: SPD
  5. Was haben Sie in der Freizeit getan?
    Ich habe viel Sport getrieben, war in der Natur unterwegs und habe mich um meine Kinder gekümmert.
  6. Wen aus der DDR verehren Sie besonders und wofür?
    Die einfachen Menschen, die sich untereinander geholfen haben, die verehre  ich.
  7. Was hat Ihre DDR-Vita besonders geprägt?
    Mein Jahr im Bürgermeisteramt in der Gemeinde Großpösna im Wendejahr.
  8. War das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander anders als heute?
    Ja. Ich würde sagen, dass die Männer heute charmanter sind.
  9. Welche Meinung hatten Sie 1990 zur Wiedervereinigung?
    Auf der einen Seite war da eine große Freude, aber es gab auch Ängste. Wie geht es persönlich und mit unserer Gesellschaft weiter?
  10. Welche Meinung haben Sie heute zum vereinten Deutschland?
    Vieles ist gut gelungen, wenn man sich unsere Dörfer und Städte anschaut, sieht man das ganz deutlich. Was bis heute nicht geschehen ist, ist die Anerkennung der Lebensleistung der Ostdeutschen.